Protest
Vom Naturschutz zum Klimastreik – die Geschichte der Umweltbewegung in der Schweiz seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert
Vertiefung: Umweltproteste in der Ostschweiz – das Beispiel Neuchlen-Anschwilen
Die Geschichte der Umweltbewegung in der Schweiz reicht von den ersten Naturschutzbestrebungen im ausgehenden 19. Jahrhundert über die aktiven Umweltproteste ab den 1970er und 1980er Jahren bis zu der Klimabewegung im 21. Jahrhundert. Frühe Anstrengungen zum Schutz der Natur hatten hauptsächlich den Erhalt schweizerischen Wälder, Gewässer und Landschaften im Blick. In den von bürgerlichen Akteuren getragenen Bestrebungen stand nicht der generelle Erhalt der Natur oder der haushälterische Umgang mit Ressourcen im Vordergrund. Vielmehr waren diese von ästhetischen und patriotischen Empfindungen der Zeit zum Erhalt national bedeutsamer Objekte geprägt, welche als Folge der Industrialisierung gefährdet waren.
Ein breites Umweltbewusstsein entwickelte sich erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit den ökologisch negativen Folgeerscheinungen der intensiven Wachstumsphase, des «Wirtschaftswunders» nach dem Zweiten Weltkrieg, welche auf der einen Seite Wohlstand, gleichzeitig jedoch auch immer deutlicher zutage tretende Umweltprobleme wie verschmutzte Luft, Gewässer, Bodenschäden und eine immer grössere Flächenversiegelung mit sich brachten. Wichtige Impulse zum Bewusstseinswandel erfolgten durch zahlreiche Publikationen und wissenschaftliche Berichte, welche vor den Folgen des ungebremsten Wachstums warnten und auf die Endlichkeit der Ressourcen hinwiesen. Die auf den Beginn der 1970er Jahre datierte Entstehung einer ökologischen Bewegung fokussierte im Gegensatz zum «klassischen» Naturschutz weniger auf den Erhalt einzelner Objekte, sondern hatte den Fortbestand der «gesamten» Umwelt im Blick.
Im Gegensatz zum von bürgerlichen Kreisen getragenen Naturschutz ging der neu entstehende Umweltschutz von so genannten neuen sozialen Bewegungen aus. Diese setzten sich anders als die klassische Arbeiterbewegung hauptsächlich aus den durch das Wirtschaftswachstum entstandenen neuen und jungen Mittelschichten oder «Professionals» aus den sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen zusammen. Einhergehend mit den sozialen Veränderungen der Trägerschaften wandelten sich auch die Formen der Partizipation. Der bürgerliche Naturschutz bediente sich insbesondere ab den 1950ern konventioneller politischer Artikulationsformen. In der ökologischen Bewegung wurde Widerstand häufig in Form von nicht-institutionalisierten, direkten politischen Aktionen in Form von Protesten (Kundgebungen, Störaktionen, Sabotagen, Besetzungscamps usw.) geäussert. Diese nahmen zusammen mit ebenfalls daraus hervorgehenden Bürger- und Volksinitiativen als sogenannte «Aktivierungsereignisse» eine zentrale Rolle in der verstärkten Mobilisierung der Umweltbewegung ein. Aus den zahlreichen Aktivierungsereignissen der 1970er und 1980er Jahre – der Widerstand gegen das Atomkraftwerk Kaiseraugst nahm darunter eine Schlüsselstellung ein – gingen Vereine und Parteien wie die internationalen Massenorganisationen Greenpeace, WWF, der Verkehrsclub der Schweiz und die Grüne Partei der Schweiz hervor. Als Folge der institutionellen Etablierung und Konsolidierung wurde die ökologische Bewegung zunehmend in das politische System der Schweiz eingebunden.
Auch regional spielten lokale Umweltbewegungen eine bedeutende Rolle, in der Ostschweiz insbesondere im Rheintal gegen eine geplante Raffinerie und ein AKW in den 1970er Jahren und in Gossau beim Widerstand gegen den geplanten Waffenplatz Neuchlen-Anschwilen.
Ästhetik und Patriotismus: Der frühe Naturschutz in der Schweiz
Der Schutz der Natur wurde in der Schweiz bereits früh als wichtiges Anliegen erkannt. Mit dem Forstgesetz von 1876, das die nachhaltige Bewirtschaftung, insbesondere den Erhalt der Schutzwälder sicherstellen sollte, wurden erste gesetzliche Massnahmen eingeführt, um die Folgen der Industrialisierung zu bewältigen. Eine erste Phase des organisierten Naturschutzes wird auf die Zeit um 1900 datiert. Es waren vorwiegend städtische Bildungsbürger und bürgerliche Politiker und Wissenschaftler, welche sich, motiviert von ästhetischen und romantisch-patriotischen Empfindungen, für den Erhalt einzelner Objekte einsetzten. Die identitätsstiftende Funktion der Natur war der Kernmotivator der frühen Naturschutzbewegung in der Schweiz. Die Aktivitäten richteten sich primär auf den Schutz von lokalen Naturdenkmälern und Landschaften, welche als ästhetisch wertvoll und identitätsstiftend für die Nation oder Region angesehen wurden. Zu den erfolgreichen Aktivitäten gehörte etwa der Erhalt von Findlingen oder der Kampf gegen Bergbahnprojekte.
Der 1909 gegründete Schweizerische Bund für Naturschutz (SBN) war federführend in der Initiative der Schaffung eines Nationalparks, der 1914 im Ofenpassgebiet der Gemeinde Zernez eröffnet wurde. Die Gründung des schweizerischen Nationalparks widerspiegelt ebenfalls das Zusammengehen der Konzepte Nation, Heimat und Naturschutz. Der Park wurde weniger aus modernen ökologischen Überlegungen gegründet, als vielmehr aus einem naturschützerischen Bedürfnis heraus, die «unberührte» Schweizer Landschaft als Lebensraum für alpine Flora und Fauna und nationales Erbe und Symbol der alpinen Kultur zu bewahren.
Das Plakat von Anton Christoffel gehört zu den ersten Werbemassnahmen des Schweizerischen Bundes für Naturschutz (SBN) (heute Pro Natura). Es zeigt den 1904 im Val S-charl im Unterengadin geschossenen, vorläufig letzten Bären vor einer imposanten Bergkulisse und ruft zur Mitgliedschaft im SBN auf. Die Naturschutzbewegung war zu Beginn stark von der symbolischen Bedeutung der Schweizer Natur geprägt:
Der Bär steht dabei nicht nur für den Tierschutz, sondern verweist zugleich auf eine lange Tradition in der nationalen Ikonografie – insbesondere das Wappen der Stadt Bern, das einen Bären führt, spielt hier eine wichtige Rolle. Durch diese Verbindung von Tierwelt und Heimatgefühl wurde der Bär zu einem Sinnbild für Stärke, Widerstandskraft und Identität. Das Plakat unterstreicht damit das Anliegen der frühen Bewegung, Natur- und Tierwelt als wertvolle nationale Symbole zu erhalten. Erst in späteren Jahrzehnten entwickelte sich daraus ein umfassenderer Umweltschutz, bei dem nicht nur einzelne Tiere oder Landschaften, sondern die gesamte Umwelt in den Fokus rückte.
Die Karikatur von Johann Friedrich Boscovits im Nebelspalter reflektiert humoristisch den entstehenden Naturschutz. Umgeben von alpiner Natur und vor dem Hintergrund eines felsigen Nationalpark-Tors zeigt sie im Zentrum die allegorische Figur der Helvetia als Vertreterin des Heimatschutzes, welche damit nationale Identifikation und die Idee schützenswerter Heimat symbolisiert. Die alpine Helvetia wird flankiert von den männlichen Vertretern des Naturschutzes, deren Kleidung auf ihre jeweiligen Rollen und soziale Herkunft verweist. Der Tierschützer links wirkt mit seinem schürzenartigen Umhang und den robusten Schuhen wie ein naturverbundener Veterinär, während der Naturschützer rechts in eine Mischung aus bürgerlich weissem Hemd und römisch-antiken Elementen wie Tunika und Schnürsandalen gekleidet ist.
Das einträchtige Zusammenwirken des Trios Tier-, Heimat- und Naturschutz wird dargestellt. Das Zusammengehen von Natur- und Tierschutz zeigt sich insbesondere im abgebildeten Steinbock. Das Steinwild war 1906 nach einer spektakulären Aktion der Entführung dreier Jungtiere aus Italien in der Schweiz wiederangesiedelt worden. Dem Nationalpark sollte dabei als gestütztes Habitat eine Schlüsselfunktion zukommen.
Die Botschaft des Bundesrates vom 9. Dezember 1912 an die Bundesversammlung markierte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Einrichtung des Nationalparks. Sie begründet die finanzielle Beteiligung des Bundes an der Errichtung eines Nationalparks im Unterengadin und betonte dabei den wissenschaftlichen und naturschützerischen und touristischen Nutzen des geplanten zu dieser Zeit grössten derartigen Schutzgebietes in Europa. In Bezug auf den Schutz alpiner Flora und Fauna hiess es beispielsweise:
«[…] auch der Naturfreund wird sich zum Schweizerischen Nationalpark hingezogen fühlen, in diese grossartige Hochgebirgslandschaft mit ihrer eigentümlichen, frei unter sich selbst um ihr Dasein kämpfenden Pflanzen- und Tierwelt. Namentlich wird das vorhandene Jagdwild, im Gefühle der Sicherheit, sich hier mehren und von aussen her zahlreichen Zuzug erhalten.»
Ökologische Herausforderungen, Umweltproteste und Bürgerinitiativen
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Schweiz ein starkes Wirtschaftswachstum, das mit einem grossen Optimismus gegenüber technologischem Fortschritt und einem Glauben an Wohlstandsverbesserungen und «unbegrenztes Wachstum» einherging. Kennzeichen der entstehenden modernen Konsumgesellschaft waren neue Verteilmärkte wie Supermärkte, neue Konsumgüter wie Nylonbekleidung, Staubsauger, Kühlschrank, Fernseher und die Verwendung von Erdöl in der zunehmenden Mobilität und Komfortsteigerung der Wohnbedingungen. Der Übergang von einer Mangel- zur Überflussgesellschaft, die damit verknüpften Massenproduktion und Massenkonsum, etablierte sich weitgehend auf Kosten der Natur und zeitigte Folgeerscheinungen, welche im Alltag der Menschen erfahr- und spürbar wurden. Die Urbanisierung, Industrialisierung und der wachsende Verkehr belasteten die Umwelt erheblich, während Grünflächen und natürliche Landschaften durch neue Bauprojekte beeinträchtigt wurden. Die erhöhte Emittierung von Luftschadstoffen, die zunehmende Gewässerverschmutzung und anwachsende Siedlungsabfälle führten dazu, dass sich immer mehr Menschen Sorgen um die Natur machten und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Umweltschutz entwickelten. Bereits in den 1950er Jahren entstanden erste Bürgerinitiativen, welche sich meist regional gegen die Folgeprobleme, und vor allem weitere Projekte des Wachstums wie z.B. Bauvorhaben (Kraftwerke, Strassen, Bergbahnen) oder umweltschädigende Industrieemissionen (Raffinerien, Aluminiumfabriken) wehrten.
Auf nationaler Ebene lenkte vor allem der Widerstand gegen das Kraftwerk Rheinau die Aufmerksamkeit einer grösseren Öffentlichkeit auf die Dringlichkeit naturschützerischer Anliegen. Die Bürgerbewegung entstand aus den Protesten gegen den 1951 begonnenen Bau des Flusskraftwerks. Ein «überparteiliches Komitee zum Schutze der Stromlandschaft Rheinau-Rheinfall» lancierte zwei Volksinitiativen und organisierte Grossdemonstrationen.
Der 1960 gegründete Verein gehörte zu den Pionierorganisationen der Umweltbewegung in der Schweiz. Seine Entstehung war eng mit den Auseinandersetzungen um den Bau des Flusskraftwerks bei Rheinau verknüpft. Als 1951 mit dem Bau dieses Kraftwerks begonnen werden sollte, regte sich Widerstand. Durch das Engagement von Politikern kam es zur Formierung einer eigentlichen Volksbewegung. Das «Überparteiliche Komitee zum Schutze der Stromlandschaft Rheinau-Rheinfall» trug den Kampf in die Parlamente, lancierte zwei eidgenössische Verfassungsinitiativen und organisierte Grossdemonstrationen. Zum ersten Mal wurde der Naturschutz zu einem hochpolitischen, gesamtschweizerischen Thema.
Die Bilder zeigen, dass Kundgebungen, anders als die späteren Umweltproteste ab den 1970er Jahren, sehr gesittet vonstattengingen und verweisen auf den bürgerlichen Charakter der Aktionen. Die Menschen tragen Sonntagskleidung. Vor versammelter Menge werden Reden gehalten. Die fantasievollen, teils polemischen Banner zeigen die Unzufriedenheit und Befürchtungen der Protestierenden vor einer wirtschaftsgetriebenen Umweltzerstörung. Am Pranger steht ein Unternehmer oder «Strombaron» mit Zylinderhut, begleitet vom Slogan «An das Schandbrett mit den Heimatschändern». Das Banner “Wir wollen keinen Wohlensee mit Vitamin AB-WC“ verweisen auf die zeitgenössische Gewässerverschmutzung anhand des bei Bern bereits 1920 aufgrund des Kraftwerks Mühleberg entstandenen Stausees. Die Bewegung blieb vorerst erfolglos. Das Flusskraftwerk Rheinau wurde fertiggestellt und daraus hervorgegangene Volksinitiativen, die Rheinau-Initiative (1954) und die Wasserrechts-Initiative (1956) wurden abgelehnt. Der 1960 gegründete Rheinaubund unterstützte später erfolgreich Bewegungen gegen weitere Gross-Projekte wie den Stausee auf der Greina, die Schiffbarmachung des Hochrheins bis zum Bodensee und setzte sich erfolgreich für einen ökologischen Wasserbau an der Thur ein.
Werbefilm über das geplante Wasserkraftwerk am Rhein um 1950
Im Gegensatz zu den Umweltprotesten präsentierten offizielle Darstellungen den mit dem Kraftwerk einhergehenden wirtschaftlichen Fortschritt als unumstritten positiv. Dies zeigt sich exemplarisch am Werbevideo zum Kraftwerk Rheinau aus dem Jahr 1952. Das Video wird umrahmt mit idyllischen Naturaufnahmen des Rheinfalls, begleitet von friedlicher Musik, und zeichnet im eigentlichen Hauptteil ein durchwegs positives Bild des Projekts. Die Vorteile der modernen Energiegewinnung wurden hervorgehoben, während Umweltbedenken nicht thematisiert wurden. Solche Darstellungen waren dem Optimismus der Nachkriegszeit gegenüber technologischem Fortschritt verpflichtet, ignorierten jedoch die ökologischen Konsequenzen.
„Grenzen des Wachstums“
Der Beginn der 1970er Jahre war in der Schweiz wie in vielen anderen Industriestaaten geprägt von einem wachsenden Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen und die negativen Folgen eines ungebremsten Wirtschaftswachstums. Die Erdölpreiskrise von 1973 und das Ende der Hochkonjunktur lösten verbreitete Zweifel am Fortschrittsdenken aus. Das europäische Naturschutzjahr 1970, der Umweltschutzartikel der Bundesverfassung 1971 und die weltweiten Diskussionen über Umweltfragen und die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen, angestossen durch den Club of Rome und die kapitalismuskritische 68er Bewegung, beeinflussten die Umweltwahrnehmung in der Schweiz. Der vom Club of Rome publizierte Bericht «Grenzen des Wachstums» von 1972 trug entscheidend dazu bei, dass die Endlichkeit der Ressourcen als ernstes Problem anerkannt wurde. Rachel Carsons Buch «Silent Spring» hatte bereits 1962 vor den Gefahren der chemischen Umweltverschmutzung gewarnt, die Menschen für die negativen Folgen der Industrialisierung für ganze Ökosysteme sensibilisiert. Der ästhetisch-konservierende Ansatz wurde durch wissenschaftliche Analyse abgelöst. Proteste gegen Atomkraftwerke, etwa die Massendemonstrationen gegen Kaiseraugst 1975, und Nationalstrassen hatten einen markanten Anstieg von Umweltprotesten und -Aktivierungen zur Folge. Sie verstärkten die Aufmerksamkeit für ökologische Fragen und führten zur Etablierung einer ökologischen Bewegung als politische Kraft. Die Publikationen und Proteste zu Beginn der 1970er Jahre machten deutlich, dass das gesamte Modell des „Wirtschaftswunders“ und des unbegrenzten Wachstums kritisch hinterfragt wurde.
Werbefilm über das geplante Wasserkraftwerk am Rhein um 1950
Der Filmbericht „Gefährliche Abhängigkeit“ der Schweizer Filmwochenschau vom 4. Januar 1974 dokumentiert die Auswirkungen und Wahrnehmungen der durch den Jom-Kippur-Krieg und eine kurzfristige Drosselung der Ölproduktion seitens der arabischen Staaten ausgelöste Erdölkrise in diesem Kontext. Er zeigt Massnahmen wie autofreie Sonntage und Appelle zur Energieeinsparung. Der Bericht macht die Verwundbarkeit der Schweiz gegenüber externen Energiekrisen deutlich und veranschaulicht die politischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf die Krise. Obwohl es nie zu einer Verknappung des Angebots auf dem Weltmarkt kam
und die «Erdölkrise» eigentlich nur eine Erdölpreiskrise war, wurden die Ereignisse vor dem Hintergrund des Massenkonsums und der durch «Grenzen des Wachstums» geförderten Einsicht in die Endlichkeit von Ressourcen gedeutet. Dies zeigt sich im Filmkommentar und Zitaten wie «Die Energieverknappung ist keineswegs über Nacht gekommen, sie ist uns nur über Nacht bewusst geworden. Auch ohne Nahostkonflikt hätten wir unseren hemmungslosen Energiekonsum ohnehin früher oder später einschränken müssen. Wir haben uns damit abzufinden, dass auf allen Gebieten Einsparungen unumgänglich sein werden.»
Unterlegt wird diese mit Bildern eines böswilligen Ölscheichs, vor allem aber auch mit apokalyptisch anmutenden Bildern verschrotteter Autos, entsorgten Mülls und schlotender Kamine. Die Abhängigkeit vom Rohstoff wird mit Bildern aus der farbigen Warenwelt der Konsumgüterauslagen in den Supermärkten und übertrieben fröhlicher Musik veranschaulicht. Dazu heisst es: «Ein grosser Teil unserer Wirtschaft ist auf dem Rohstoff Erdöl aufgebaut. Der Kunststoff und seine Produkte wurden für uns zu einer Lebensnotwendigkeit.»
„Betonchöpf“: Protestkultur in Neuchlen-Anschwilen
Ein eindrückliches Beispiel für die regionale Mobilisierung innerhalb der Umweltbewegung war der Widerstand gegen den geplanten Waffenplatz in Neuchlen-Anschwilen im Kanton St. Gallen. Dieses Militärprojekt wurde von vielen Anwohnern als ernste Bedrohung für die Natur und die Lebensqualität wahrgenommen. Der Widerstand begann in den späten 1980er Jahren, als bekannt wurde, dass der Bau auf wertvollen landwirtschaftlichen Flächen und in sensiblen Naturräumen wie Feuchtgebieten, extensiven Wiesen und kleinflächigen Wäldern stattfinden sollte, die als bedeutende Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten galten. Diese Flächen waren nicht nur von regionalem, sondern auch von ökologisch-nationalem Interesse, da sie geschützte und bedrohte Arten beherbergten, darunter Amphibien und Orchideenarten.
Die «Aktionsgruppe zur Rettung von Neuchlen-Anschwilen» (Arna) formierte sich 1989 und organisierte zahlreiche Protestaktionen, um die Öffentlichkeit auf die ökologischen und sozialen Risiken des Projekts aufmerksam zu machen. Parallel dazu entstand die Gruppe «Gewaltfreie Opposition Neuchlen-Anschwilen» (Gona). Beide Gruppen unterschieden sich in ihrer Organisation und Ausrichtung: Während die Arna eher bürgerlich geprägt war und mit einer formellen Vereinsstruktur sowie einem Vorstand arbeitete, agierte die Gona autonom und basisdemokratisch, was sie für verschiedene soziale Gruppen attraktiv machte. Innerhalb der beiden Organisationen waren Vertreter unterschiedlicher Trägerschaften und Sozialgruppen aktiv, darunter lokale Landwirte, Studenten, Umweltschützer sowie Mitglieder aus der SP, den Grünen und der GSoA. Die Vielfalt der Akteure ermöglichte eine breite Mobilisierung, bei der sowohl bürgerliche als auch linke Anliegen zusammenkamen.
Das Video dokumentiert die Proteste von Aktivist:innen der GONA gegen den geplanten Waffenplatz Neuchlen-Anschwilen in Gossau im Kanton St. Gallen im Frühjahr 1990.
Neuchlen-Anschwilen: Widerstand gegen den Waffenplatzbau. Frühjahr 1990. Teil 1 von 2
Die Zusammenstellung unterschiedlicher Episoden des Widerstands gegen das EMD-Projekt setzt mit einer Gant eines letzten auf dem geplanten Waffenplatzgeländes verbliebenen Bauernhofs ein. Anschliessend folgt eine Panoramasicht über die noch weitgehend zivil und naturnah genutzte Umgebung. Man sieht eine offene Landschaft, über der eine ruhige Stimmung liegt. Aktivistinnen und Aktivisten sitzen um Lagerfeuer, haben Zelte aufgeschlagen, sich direkt vor Ort niedergelassen, um den Platz zu verteidigen. Die Szenerie ändert sich, als die Militärpolizei eintrifft. Die Aktivist:innen werden weggetragen, um den Weg für Bagger und andere Baustellenfahrzeuge freizumachen. Kurz darauf beginnen die Maschinen,
grossflächig die Grasnarbe abzutragen. Immer wieder stellen sich die dem gewaltlosen Widerstand verpflichteten Protestierenden in den Weg, werden aber rasch entfernt. In einer symbolischen Geste versuchen die Aktivist:innen, die abgetragene Grasnarbe zurück an ihren Platz zu bringen. Ein Helikopter fliegt heran und liefert Rohre. Kunst vermengt sich mit Protest. Die Drainage-Rohre werden für eine künstlerische Darbietung umgenutzt. Menschen werden weggetragen oder weggestossen, was von den Umstehenden mit lauten Buhrufen kommentiert wird. Aktivist:innen klettern auf Bagger und stellen sich ihnen direkt in den Weg.
Eingerahmt wird das Video, welches ein Wechselspiel von zivilem Ungehorsam, gewaltfreiem Widerstand und künstlerischen Protestaktionen repräsentiert, vom Lied «Glaubed nöd, dass da so eifach goht» von Thömi Rhyner. Der Text des Protestsongs richtet sich gegen die Entscheidungsträger, welche die Landschaft mit technokratischem Blick für zukünftige Generationen zerstören. Diese werden als «Herre» bezeichnet, die scheinbar emotionslos über Natur und Lebensraum hinwegplanen. Mit der stetigen Wiederholung des Wortes «Herre» wird die Dualität zwischen dem Top-Down-Entscheid des VBS und den zivilgesellschaflich aktiven Bürger:innen betont. In der zweitletzten Strophe verknüpft Thömi Rhyner den lokalen Umweltprotest mit den Grundgedanken nachhaltiger Entwicklung und Generationengerechtigkeit. Er sei noch ziemlich jung, aber bereits jetzt sei beobachtbar, dass die Erde «zum letschte Sprung» ansetze. Säged Herre! Denked Ihr nie a Euri Chind?
Thömi Rhyner: Glaubed nöd, dass da so eifach goht (Lyrics)
Ihr Herre a dä Rissbrett, Ihr Herre in grüe und grau
Ihr hend do öppis vor, wani mein, wüssed Ihr gnau
Es Land wönd Ihr zerstöre, wo Ihr verteidige wönd
Es söll Beton, Lärm, Vercher dötthi, wo jetz no Pflanze stönd
I hang hört, was Euri Betonchöpf so alls hend usstudiert
Mit Zirkel, Lineal millimetergnau seziert
Grau in grau wie Schimmel wucherets überall
Doch warted nur, am End bringt Eu dä Wucher selber z’Fall
Ref: Glaubed jo nöd, dass Eu dä Weg freistoht
… glaubed jo nöd, dass da so eifach goht
Ihr Herre, i chum vo dött i dä Nöchi und s’isch gar nöd wiit
Für mi zom dötthi laufe, villicht paar hunderst Schritt
Es isch es Land, woni gern ha, i spüres ganz genau
Und i weiss, was für mi gilt, spüred villi andri au
Ihr Herre, i frog Eu, hend Ihr’s schomol erlebt,
wenn am Morge früeh die Landschaft sich us em Nebelmeer erhebt?
Säged, hend Ihr dött scho d’Sune übrem Wald ufstiige gseh?
I zwiefle echt do dra, söss tät’s Eu garantiert au weh
Ref: Glaubed jo nöd…
Ihr Herre, lueged mi ah, i bi no zimli jung
Und i gseh, wie üsen Erdball asetzt zum letschte Sprung
In endgültige Absturz, wo Gift und Strahle sind
Säged Herre! Denked Ihr nie a Euri Chind?
Ihr Herre, Ihr müend gseh, au wenn Ihr partoud nöd wönd
Mer müend vom Reschte rette, was mer no rette chönd
Da Lied do isch för eu höchstens herzig und nett
Doch was isch, wenn’s hinder jedre Zile tusig Mensche hät?
Wie aus dem Video der Gona sichtbar wird, zeichnete sich die Protestkultur von Neuchlen-Anschwilen durch eine bemerkenswerte Kreativität aus, welche über klassische Demonstrationen hinausging. Ein weihnachtliches Mahnfeuer zog Hunderte von Unterstützern an und schuf eine starke visuelle Botschaft. Aktivisten malten Transparente, organisierten Velosternfahrten und markierten das Gelände symbolisch mit bunten Tüchern, um ihre Forderungen nach einem Stopp des Projekts sichtbar zu machen. Demonstrationen in St. Gallen boten zudem eine wichtige Gelegenheit, den Protest in den städtischen Raum zu tragen und eine breitere Bevölkerung anzusprechen.
Volksinitiative „40 Waffenplätze sind genug – Umweltschutz auch beim Militär“
Ein Höhepunkt des Widerstands war die Lancierung der Volksinitiative «40 Waffenplätze sind genug», die eine Begrenzung der Zahl von Waffenplätzen in der Schweiz und die Gleichstellung militärischer mit zivilen Bauprojekten im Umweltrecht forderte. Die Initiative sammelte landesweit über 117.000 Unterschriften und sorgte dafür, dass die Diskussion über den Waffenplatzbau zu einem nationalen Thema wurde. Obwohl die Initiative letztlich scheiterte, zeigte sie eindrücklich, wie stark die Bevölkerung hinter den Anliegen der Umweltbewegung stand.
Das Plakat spricht bewusst ein breites Publikum an: Landwirtinnen und Landwirte, Naturfreundinnen und Naturfreunde, konservative Landschaftsschützer sowie grüne Wählerinnen und Wähler. Durch die Darstellung einer scheinbar alltäglichen, schützenswerten Landschaft wird emotional auf die Bedrohung durch militärische Nutzung hingewiesen.
Die Initiative zielte darauf ab, den Ausbau weiterer Waffenplätze zu verhindern und ökologische Anliegen auch im Militärbereich zu verankern. Sie forderte eine Begrenzung auf 40 Waffenplätze und stärkere Rücksichtnahme auf Natur und Raumplanung. Damit verband sich die Initiative mit einer wachsenden gesellschaftlichen Debatte über Umweltschutz, nachhaltige Nutzung von Boden und Friedenspolitik in der Schweiz.
Initiativtext zum Bundesbeschluss über die Volksinitiative „40 Waffenplätze sind genug – Umweltschutz auch beim Militär“, 1992
Die Volksinitiative „40 Waffenplätze sind genug – Umweltschutz auch beim Militär“ wurde am 14. Dezember 1990 eingereicht und zielte auf eine grundlegende Änderung in der schweizerischen Militär- und Umweltpolitik ab. Der Bundesbeschluss vom 28. August 1992 fasste den Inhalt der Initiative zusammen und machte deutlich, dass militärische Übungs-, Schiess-, Waffen- und Flugplätze künftig weder neu errichtet noch erweitert werden sollten. Darüber hinaus sollten militärische Anlagen denselben gesetzlichen Grundlagen unterstellt werden wie zivile Bauvorhaben – insbesondere im Hinblick auf Umweltschutz, Raumplanung und Baupolizei. Die Initiative verlangte zudem, dass der nach dem 1. April 1990 begonnene Ausbau des Waffenplatzes Herisau-Gossau im Gebiet Neuchlen-Anschwilen rückgängig gemacht und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt wird.
Diese Initiative entstand als Reaktion auf konkrete militärische Ausbaupläne, insbesondere auf das Waffenplatzprojekt in Neuchlen-Anschwilen. Dieses Vorhaben stiess in der Bevölkerung auf massiven Widerstand und führte zur Gründung der Protestgruppen ARNA und GONA.
Die Initiative stellte nicht nur eine konkrete Forderung in Bezug auf militärische Infrastruktur, sondern war Ausdruck eines grundsätzlichen gesellschaftlichen Wandels. In einer Zeit, in der Umweltthemen zunehmend ins öffentliche Bewusstsein rückten, verband sie friedenspolitische und ökologische Anliegen miteinander. Obwohl die Initiative in der Volksabstimmung schliesslich zu 55.29 % abgelehnt wurde, trug sie wesentlich dazu bei, eine breite Debatte über die ökologische Verantwortung des Militärs und die demokratische Kontrolle über militärische Raumnutzung anzustossen. Sie gilt heute als Meilenstein im Zusammenspiel von Umweltschutz und zivilem Widerstand in der Schweiz.
Vom Klimastreik zu Strassenblockaden
Die jüngste Protestkultur um den Klimaschutz weist klare Parallelen zu früheren Umweltbewegungen auf, insbesondere zu den Ansätzen der 1970er Jahre. Wie damals richtet sich die Kritik nicht nur gegen einzelne Umweltprobleme, sondern gegen systemische Ursachen. Ökologie wird als ganzheitliches Konzept verstanden, das die Erde als vernetztes Gesamtsystem betrachtet. Die aktuelle Diskussion über die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius verdeutlicht den globalen Charakter der Bewegung und markiert eine neue, vierte Welle des Umweltschutzes.
Einen wichtigen Impuls erhielt die Klimabewegung durch Fridays for Future, die ab 2018 eine breite Öffentlichkeit mobilisierte und das Thema Klimakrise weltweit ins Zentrum der politischen Debatte rückte. In der Schweiz nahmen zum Höhepunkt der Proteste im September 2019 100’000 Menschen an einer Klimademo teil. Fridays for Future revitalisierte damit frühere, aber eingeschlafene Klimabewegungen. Doch infolge der Corona-Pandemie kam es zu einem Einbruch der Mobilisierung und einer Spaltung innerhalb der Protestkultur: Während klassische Klimastreiks und Demonstrationen an Bedeutung verloren, entwickelten sich radikalere Formen wie Strassenblockaden, welche von kleineren Gruppen durchgeführt und in den Medien als «Klimakleber» bezeichnet wurden.
Aktionen wie die Blockade des Gotthard-Strassentunnels 2023 stehen exemplarisch für diese neue Ausprägung zivilen Ungehorsams. Aktivistinnen und Aktivisten machten durch öffentlichkeitswirksame Blockaden auf die klimapolitische Untätigkeit und die fossile Verkehrsinfrastruktur aufmerksam. Solche Protestformen schaffen grosse mediale Aufmerksamkeit und setzen die Politik unter Druck. Gleichzeitig sorgen sie für Kontroversen, da sie den Alltag vieler Menschen beeinträchtigen, juristische Konsequenzen nach sich ziehen und von vielen Sympathisanten der Klimabewegung als zu radikal betrachtet werden.
Die Reaktionen aus der Politik sind gespalten. Während vor allem linksliberale Akteure Verständnis zeigen, fordern bürgerliche Politiker strikte Sanktionen:
«Ich verstehe die Klimaaktivistinnen und -aktivisten. Während Corona hat man gespürt, wie gut die Luft und die Umwelt war. Jetzt geht es weiter wie vorher. Dass gewisse Leute das nicht mehr ertragen, verstehe ich.»
-Katharina Prelicz-Huber, Nationalrätin der Grünen
«Wer sich auf die Strasse klebt, muss behandelt werden wie ein Terrorist. Das bedeutet eine Gefängnisstrafe.»
-Mike Egger, Nationalrat der SVP
Quellenverzeichnis
Titelbild:
Autorenkollektiv Neuchlen-Anschwilen (Hg.) (1992). Wir bleiben, bis ihr geht! Eine Fotodokumentation von Gaston Isoz über den Widerstand in Neuchlen-Anschwilen. Labyrinth-Verlag, Trogen, online unter https://www.saiten.ch/protest-in-der-baggerschaufel (25.10.2021)
Ästhetik und Patriotismus: Der frühe Naturschutz in der Schweiz:
Christoffel, Anton (1908). Plakat des Schweizerischen Bunds für Naturschutz. In: Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, online unter: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007791/2010-09-07/ (07.09.2010)
Boscovits, Johann Friedrich (1910). Karikatur im Nebelspalter, Nr. 41. In: Schweizerische Nationalbibliothek, e-periodica, online unter: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007792/2015-06-22/ (22.06.2015)
Bundesrat (1912). Botschaft betreffend die Beteiligung des Bundes an der Errichtung eines schweizerischen Nationalparks im Unterengadin, 9. Dezember 1912. In: Bundesblatt 1912/V, S. 420. online unter: https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/1912/5_415_445_/de
Ökologische Herausforderungen, Umweltproteste und Bürgerinitiativen:
o.A. (o.J.). «Wir wollen keinen ‘Wohlensee’ mit Vitamin A, B und WC» – Transparent von zwei Veranstaltungsteilnehmern. In: Schweizerisches Sozialarchiv, online unter: https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5067-Fa-019
Photo Bützberger (1952). Neunkirch. Plakat des Rheinaubunds. In: Schweizerisches Sozialarchiv, online unter: https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5067-Fb-032
Photohaus Wiederkehr (1955). Neuhausen am Rheinfall. In: Schweizerisches Sozialarchiv, online unter: https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5067-Fa-003
Montana Film Zürich (1952). Werbevideo Kraftwerk Rheinau. In: YouTube, online unter: https://www.youtube.com/watch?v=C4NCyQocpj4 (24.01.2022)
«Grenzen des Wachstums»:
Schweizerische Filmwochenschau (1974). Gefährliche Abhängigkeit. Filmbericht der Schweizer Filmwochenschau vom 04.01.1974. In: Schweizerisches Bundesarchiv, Cinémathèque suisse, Filmbestand Schweizer Filmwochenschau (1940–1975). Online: https://memobase.ch/de/object/bar-001-SFW_1587-1 (18. April 2025)
Betonchöpf: Protestkultur vor Ort:
Gewaltfreie Opposition Neuchlen-Anschwilen (GONA) (1990). Neuchlen-Anschwilen: Widerstand gegen den Waffenplatzbau. Frühjahr 1990. Teil 1 von 2. In: YouTube, online unter: https://www.youtube.com/watch?v=q6I8grVO45M (02.01.2013)
Teil 2 von 2. In: YouTube, online unter: https://www.youtube.com/watch?v=gFA4kr92jUI (02.01.2013)
Rhyner, Thömi (1992). Liedtext: Glaubed nöd, dass da so eifach goht. In: Butz, Richard / Trüb, Hansueli / Weishaupt, Martin (Hrsg.): Feuer über Neuchlen, S. 52–53, Rotpunktverlag, Zürich.
Aktionsgruppe zur Rettung von Neuchlen-Anschwilen (ARNA) (o.J.). „Anstatt für Waffen dem Frieden Platz schaffen“ – „Tausende von Menschen gegen den Waffenplatz“ – Demonstration der ARNA gegen den geplanten Waffenplatz in Neuchlen-Anschwilen bei Gossau (SG). In: Schweizerisches Sozialarchiv, online unter: https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5055-Ka-006
Volksinitiative «40 Waffenplätze sind genug – Umweltschutz auch beim Militär»:
o.A. (1993). Bild Plakat Volksinitiative „40 Waffenplätze sind genug“, online unter: https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_Pb-0001-040
Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (1992). Initiativtext: Bundesbeschluss über die Volksinitiative «40 Waffenplätze sind genug – Umweltschutz auch beim Militär». In: Swissvotes, online unter: https://swissvotes.ch/attachments/ac6fa66d358962cf57b9d9e53e739d4176594213d517ad9f45146f1f84dfe5a6
Vom Klimastreik zu Strassenblockaden:
Stäuble, Mario (2024). Wir lassen die Aktivisten nach der Befragung wieder frei. In: Tages-Anzeiger, online unter: https://www.tagesanzeiger.ch/wir-lassen-die-aktivisten-nach-der-befragung-wieder-frei-298342778296 (07.04.2023)
Fridays for Future (o.J.). Offizielle Website von Fridays for Future International. Online unter: https://fridaysforfuture.org/
Studer, Pascal (2023). Klimastreik in der Schweiz: Einst 100’000, nun einige Tausend – Klimabewegung ist abgeflacht. In: SRF News, online unter: https://www.srf.ch/news/schweiz/klimastreik-in-der-schweiz-einst-100-000-nun-einige-tausend-klimabewegung-ist-abgeflacht
Schweizerisches Parlament (o.J.). Katharina Prelicz-Huber – Biografie. In: Schweizerisches Parlament, online unter: https://www.parlament.ch/de/biografie/katharina-prelicz-huber/3999
o.A. (2024). Bundesrat will Klima-Kleber nicht ins Gefängnis stecken – SVP-Egger enttäuscht: «Ich bedaure diese Haltung». In: Blick, online unter: https://www.blick.ch/politik/bundesrat-will-klima-kleber-nicht-ins-gefaengnis-stecken-svp-egger-enttaeuscht-ich-bedaure-diese-haltung-id18714664.html (24. Januar 2024)
Sammelbibliographie
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Butz, Richard; Trüb, Hans; Weishaupt, Arthur (2024). Feuer in Neuchlen. Neujahrsblatt des Historischen Vereins des Kantons St. Gallen, St. Gallen: Historischer Verein des Kantons St. Gallen.
Hodel, Jan (2003). Umweltbewusstsein und Umweltverhalten 1960–1990. In: Sankt-Galler Geschichte, Band 8: Die Zeit des Kantons 1945–2000. St. Gallen: Amt für Kultur des Kantons St. Gallen.
Kriesi, Hanspeter (1987). Neue soziale Bewegungen. Auf der Suche nach ihrem gemeinsamen Nenner. Politische Vierteljahrsschrift, 27(3), S. 315–334.
Müller, Felix E. (2019). Geschichte des Umweltschutzes. «Geheiligte Freistätte der Natur», in: NZZ, 20.09.2019. Online verfügbar: https://www.nzz.ch/wissenschaft/geschichte-des-umweltschutzes-geheiligte-freistaette-der-natur-ld.1794515
Ruedi Brassel-Moser (2005). Demonstrationen. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.03.2005. Online verfügbar: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016547/2005-03-29/
Skenderovic, Damir (1994). Die Umweltschutzbewegung im Spannungsfeld der 50er Jahre. In: Jean-Daniel Blanc & Christine Luchsinger (Hrsg.), Achtung: Die 50er Jahre! Annäherungen an eine widersprüchliche Zeit. Zürich: Chronos Verlag.
Skenderovic, Damir (1994). Die Umweltschutzbewegung im Zeichen des Wertewandels. In: Urs Altermatt et al. (Hg.): Rechte und linke Fundamentalopposition. Studien zur Schweizer Politik 1965–1990, Basel, S. 33–61.
Skenderovic, Damir (2012). Ökologische Bewegung. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.03.2012. Online verfügbar: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016515/2012-03-27/
Summermatter, Stephanie (2010). Naturschutz. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.09.2010. Online verfügbar: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007791/2010-09-07/
Walther, Michael (2016). Neuchlen-Anschwilen. In: Historischer Verein des Kantons St. Gallen (Hg.): 156. Neujahrsblatt, St. Gallen, S. 138–144. ISBN: 978-3-908166-76-4.
Ziegler, Manuela (2012). Soziale Bewegungen. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.11.2012. Online verfügbar: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/043688/2012-11-07/
Zwicky, Heinrich (1993). Umweltaktivierung in den 80er Jahren. Schweizerisches Jahrbuch für politische Wissenschaft, 33, S. 185–203.
Die Autoren
David Rinderer
Radovan Suvajac
Simon Britt








